Die Suche nach der Wahrheit
Schon als Kind habe ich das Leben und dessen Sinn kritisch hinterfragt. Der „gesellschaftliche Lebenszyklus“, wie er mir begegnete, ergab für mich bereits mit etwa acht Jahren wenig Sinn.
Geboren werden, Kindergarten, Schule – ein Ort, an dem man erstaunlich wenig über das Leben selbst oder über die Ursachen menschlichen Leidens erfährt. Dann Erwachsenwerden, Arbeiten, um Geld zu verdienen, dabei nach und nach die Gesundheit verlieren, Kinder in die Welt setzen, älter werden und schließlich sterben. Dieser Ablauf, diese Welt, schien mir nicht wirklich sinnvoll. So beschäftigte mich bereits früh die Frage: Warum bin ich hier? Was ist meine Aufgabe? Wo ist mein Platz? Selbst die Geschichte, so wie sie in den Schulbüchern vermittelt wurde, fühlte sich für mich nie wie die ganze Wahrheit an.

Die Wahrheit – oder besser: ein tiefes Wiedererkennen – fand ich zum ersten Mal in diesem Leben im Yoga und in der uralten Weisheit seiner Philosophie, wie sie mir von meinem Guru, Mahamandaleshwar Swami Vigyananda, vermittelt wurde. Erst durch ihn ergab plötzlich alles Sinn. Wenn der Schüler bereit ist, erscheint der Lehrer – und in meinem Fall war die Begegnung mit dieser weisen Seele wohl eines der größten Geschenke meines Lebens.
Ein Mensch, der die Welt aus einer Perspektive betrachten kann, die weit über das Sichtbare hinausgeht.
Mit Mut und Kraft, Eigenschaften, die mir wohl in dieser Inkarnation mitgegeben wurden, folgte ich meinen Visionen – und meiner Aufgabe. Entgegen vieler gut gemeinter, aber weltlicher Ratschläge aus meinem Umfeld machte ich mich hauptberuflich als Yogalehrerin selbstständig.

Die Sichtweise des Yoga – die für mich einzig vernünftige Erklärung über das Leben, das Bewusstsein, die Entstehung des Universums und unsere Rolle darin – weiterzugeben, wurde zu meiner Berufung. Menschen ein Werkzeug zu vermitteln, das sie eigenverantwortlich und nach ihrem inneren Ermessen nutzen können, um Klarheit, Freiheit und Heilung zu finden, das ergab für mich den tiefsten Sinn.
Heute bin ich Geschäftsführerin von Natureyoga sowie der Hatha Yoga Institut GmbH, gemeinsam mit zwei wundervollen Kollegen, die diese Berufung mit Herz, Demut und Hingabe teilen.
Sportwissenschaften
Dem Ruf für Bewegung und Gesundheit folgte ich bereits als Kind, geprägt von einer sehr sportlichen Familie, in der Aktivität, Naturverbundenheit und Körperbewusstsein fest verankert waren. Schon früh entdeckte ich meine Leidenschaft für den Sport: In der Leichtathletik und im Schwimmen war ich bereits im Kindes- und Jugendalter erfolgreich, und Bewegung wurde für mich zu einer zweiten Sprache – einer, in der ich mich frei, authentisch und lebendig fühlte.
Diese Begeisterung begleitete mich nicht nur im Alltag, sondern eröffnete mir früh auch berufliche Wege. Bereits mit 16 Jahren absolvierte ich – parallel zur Schulzeit – an der BSPA die Fitness- und Pilatestrainer-Ausbildung. Während andere noch suchten, wohin es sie ziehen würde, formte sich mein Weg klar und kraftvoll vor mir. Nach dem Abschluss der Schule für Gesundheits- und Freizeitmanagement vertiefte ich mein Wissen durch zahlreiche Zusatzausbildungen, insbesondere im Projekt- und Eventmanagement. Diese Qualifikationen gaben mir später die Fähigkeit, nicht nur auf der Trainingsfläche, sondern auch im organisatorischen und strategischen Bereich sicher und professionell zu agieren.
Als Sportwissenschafterin und medizinische Trainingstherapeutin hatte ich damit meinen inneren Kompass endgültig ausgerichtet. Schon während des Studiums spürte ich deutlich, dass Arbeiten allein um des Geldes willen für mich niemals genügen würde. Das, worin ich den größten Teil meiner Lebenszeit investiere, musste sich sinnvoll, wertvoll und wahr anfühlen – nicht wie ein Tausch von Lebensstunden gegen ein Blatt Papier mit einer Zahl darauf. Es sollte ein Wirken sein, das mich erfüllt und das zugleich anderen dient.
Die Rolle der Trainerin, die mir durch meine Mutter schon früh nahegebracht wurde, fühlte sich weniger wie eine Entscheidung an, sondern wie eine Bestimmung. Ein Ruf, der leise begann und mit den Jahren immer klarer wurde – ein stetes inneres Wissen, dass mein Platz dort ist, wo Menschen begleitet, bewegt, gestärkt und gesehen werden.
Mit großer Freude und Dankbarkeit durfte ich schließlich mein Masterstudium mit Schwerpunkt medizinische Trainingstherapie erfolgreich abschließen. Besonders prägend war meine Masterarbeit „Unterwassertherapie als alternative Langzeittherapieform bei Hemiparese-Patienten“, eine tiefgehende Case-Report-Studie. Unter der Betreuung des ehemaligen Univ. Prof. Dr. med. Franz Fazekas durfte ich nicht nur wertvolle wissenschaftliche Erfahrung sammeln, sondern auch Einblicke in die sensible Welt der neurologischen Rehabilitation gewinnen.
Seit 2020 darf ich Prof. Fazekas selbst mit sportwissenschaftlichem Training und Yoga begleiten – eine Zusammenarbeit, die menschlich wie fachlich ein Geschenk ist und mir einmal mehr bestätigt: Dieser Weg ist nicht nur Beruf, sondern Berufung.
Leben ist Leiden....
Klesas die störenden Kräfte sind die Ursache allen Leidens.
- Avidya – die Unwissenheit
- Asmita – Anhaftung oder Identifikation
- Raga – blinde Zuneigung
- Dvesa – Vermeidung
- Abhinivesa – Festhalten am Leben, Angst vor Tod
Kaptitel 2, Vers.3, Yoga Sutras
